Veröffentlicht am 1. Oktober 2026
Interview mit Ralf Schmidtmann – GVZ Augsburg: „Logistik ist mehr, als Ware von A nach B zu bringen“
Geschäftsführer der GVZ-Entwicklungsmaßnahmen GmbH Ralf Schmidtmann war im Gespräch mit Katharina Seeburger, B4B Schwaben.
Rund eine halbe Milliarde Euro ist bislang in das Güterverkehrszentrum Augsburg geflossen. Der neue Containerbahnhof soll 2027 mehr Güter auf die Schiene bringen. Ralf Schmidtmann erklärt, welches Potenzial er für die Region sieht.
B4BSCHWABEN.de: Das GVZ zwischen Augsburg, Neusäß und Gersthofen gibt es seit Oktober 1996. Damals war dort noch Ackerland. Was ist hier entstanden?
Ralf Schmidtmann: Die Entwicklung war ein längerer Prozess. Zwischen 1996 und 2004 mussten die drei Kommunen einen Konsens finden und viele rechtliche und wirtschaftliche Voraussetzungen schaffen. Zwischen 2004 und 2010 wurden Erschließungsanlagen wie Straßen, Brücken und Grünanlagen im Wert von über 20 Millionen Euro gebaut. Seit 2010 haben wir rund 650.000 Quadratmeter gewerblich nutzbare Flächen vermarktet. Das war und ist nicht immer einfach, weil wir ein reines Sondergebiet für Logistik sind. Einzelhandel oder Handwerk dürfen wir nicht ansiedeln. Trotzdem hat sich das GVZ Augsburg wirtschaftlich sehr positiv entwickelt: Es ist heute in Süddeutschland ein echter Hotspot und auf der logistischen Landkarte Deutschlands angekommen.
Welche Unternehmen findet man im GVZ?
Wir haben uns für einen Branchenmix entschieden. Dazu gehören Kontraktlogistiker, also gewissermaßen die verlängerte Werkbank produzierender Unternehmen. Hinzu kommen Servicebereiche, etwa für Nutzfahrzeughersteller mit Vertriebs- und Werkstattangeboten, sowie Unternehmen aus der KEP-Branche – Kurier, Express und Paket. Ein wesentliches Segment ist zudem die Logistik rund um den kombinierten Verkehr und das künftige Umschlagterminal. Das kann nur dann wirtschaftlich und leistungsfähig arbeiten, wenn ergänzende Infrastruktur vorhanden ist: etwa ein Leercontainerdepot oder Unternehmen, die Vor- und Nachläufe organisieren.
Das neue Umschlagterminal soll Mitte 2027 in Betrieb gehen. Was entsteht dort?
Das ist ein Infrastrukturprojekt des Bundes mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro. Das Terminal soll Unternehmen in Augsburg und Region bis ins Allgäu wirtschaftliche Transportalternativen eröffnen. Nicht jede Ware, die in die Region kommt oder von hier exportiert wird, muss per Lkw transportiert werden. Mit dem kombinierten Verkehr erhalten Unternehmen eine zweite Möglichkeit: Die Ware kommt per Schiene an oder wird über die Schiene versandt, während die kurzen Vor- und Nachläufe mit dem Lkw erfolgen. Perspektivisch schafft das Terminal für die Wirtschaftsregion enorme Alternativen, um Verkehre wirtschaftlicher und resilienter abzuwickeln.
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Geschäftsführer der GVZ-Entwicklungsmaßnahmen GmbH Ralf Schmidtmann war im Gespräch mit Katharina Seeburger, B4B Schwaben.
Rund eine halbe Milliarde Euro ist bislang in das Güterverkehrszentrum Augsburg geflossen. Der neue Containerbahnhof soll 2027 mehr Güter auf die Schiene bringen. Ralf Schmidtmann erklärt, welches Potenzial er für die Region sieht.
B4BSCHWABEN.de: Das GVZ zwischen Augsburg, Neusäß und Gersthofen gibt es seit Oktober 1996. Damals war dort noch Ackerland. Was ist hier entstanden?
Ralf Schmidtmann: Die Entwicklung war ein längerer Prozess. Zwischen 1996 und 2004 mussten die drei Kommunen einen Konsens finden und viele rechtliche und wirtschaftliche Voraussetzungen schaffen. Zwischen 2004 und 2010 wurden Erschließungsanlagen wie Straßen, Brücken und Grünanlagen im Wert von über 20 Millionen Euro gebaut. Seit 2010 haben wir rund 650.000 Quadratmeter gewerblich nutzbare Flächen vermarktet. Das war und ist nicht immer einfach, weil wir ein reines Sondergebiet für Logistik sind. Einzelhandel oder Handwerk dürfen wir nicht ansiedeln. Trotzdem hat sich das GVZ Augsburg wirtschaftlich sehr positiv entwickelt: Es ist heute in Süddeutschland ein echter Hotspot und auf der logistischen Landkarte Deutschlands angekommen.
Welche Unternehmen findet man im GVZ?
Wir haben uns für einen Branchenmix entschieden. Dazu gehören Kontraktlogistiker, also gewissermaßen die verlängerte Werkbank produzierender Unternehmen. Hinzu kommen Servicebereiche, etwa für Nutzfahrzeughersteller mit Vertriebs- und Werkstattangeboten, sowie Unternehmen aus der KEP-Branche – Kurier, Express und Paket. Ein wesentliches Segment ist zudem die Logistik rund um den kombinierten Verkehr und das künftige Umschlagterminal. Das kann nur dann wirtschaftlich und leistungsfähig arbeiten, wenn ergänzende Infrastruktur vorhanden ist: etwa ein Leercontainerdepot oder Unternehmen, die Vor- und Nachläufe organisieren.
Das neue Umschlagterminal soll Mitte 2027 in Betrieb gehen. Was entsteht dort?
Das ist ein Infrastrukturprojekt des Bundes mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro. Das Terminal soll Unternehmen in Augsburg und Region bis ins Allgäu wirtschaftliche Transportalternativen eröffnen. Nicht jede Ware, die in die Region kommt oder von hier exportiert wird, muss per Lkw transportiert werden. Mit dem kombinierten Verkehr erhalten Unternehmen eine zweite Möglichkeit: Die Ware kommt per Schiene an oder wird über die Schiene versandt, während die kurzen Vor- und Nachläufe mit dem Lkw erfolgen. Perspektivisch schafft das Terminal für die Wirtschaftsregion enorme Alternativen, um Verkehre wirtschaftlicher und resilienter abzuwickeln.
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