Eintauchen ins Wassermanagement im GVZ Region Augsburg

Das Augsburger Wassermanagement-System wurde 2019 von der UNESCO als Welterbe ausgezeichnet. Ein Rundgang im GVZ Region Augsburg mit 14 Teilnehmern zog Parallelen zwischen Wasserkreisläufen von gestern und heute.

„Bei Starkregen müssen auch große Wassermengen schnell versickern können, deshalb nehmen wir für die Berechnung der Flächen das sogenannte 10-jährige Regenereignis“ erklärt Armin Baur vom Grünordnungsamt der Stadt Augsburg die Berechnung und Funktion der Senken, die sich auf allen Grundstücken finden. An Regentagen sehen sie aus wie kleine Teiche und sind teils mit Picknickbänken wie bei Mercedes Benz ein Teil der privaten Grünfläche.

Zusammen mit den Löschwassertanks und den Kreisläufen für benutztes Wasser bilden sie das Grundgerüst für das ressourceneffiziente Wassermanagement im GVZ Region Augsburg, das Parallelen zum historischen Wassermanagement der Stadt Augsburg aufzeigt. „Als Ende des 19. Jahrhunderts mit Bau des Wasserwerks am Hochablass 1879 die moderne Trinkwasserversorgung der Stadt Augsburg ausgebaut wurde, hatte eine zuverlässige Versorgung mit Löschwasser erste Priorität. So musste zum Beispiel die private Trinkwasserversorgung dahinter zurückstehen“, erzählt sie den 14 Teilnehmern des Rundgangs, die unter ihren Schirmen dem Wasser von oben trotzten.

Schon im 13. Jahrhundert entwickelte die Stadt für ihren extremen Wasserreichtum zwischen den Flüssen Lech, Wertach und Singold zusätzlich gespeist von zahlreichen Quellen im Stadtwald ausgefeilte Systeme, die im letzten Jahr von der UNESCO zum Welterbe erklärt wurden. Die Wasserläufe und Kanäle spielten nicht nur im Brandfall eine große Rolle, sondern auch in der Versorgung der Stadt, die über die Jahrhunderte mehrere Häfen für Holzflößer betrieb.

„Wir freuen uns, dass wir in Kooperation mit dem Welterbe-Büro einen ganz neuen Aspekt im Kontext Nachhaltigkeit aufgreifen konnten. Die Veranstaltung war ein kleiner, aber sehr interessanter Ersatz für den coronabedingten Ausfall der Veranstaltung zum jährlichen Tag der Logistik im April“ so Ralf Schmidtmann, der das GVZ Region Augsburg als Geschäftsführer vertritt.

Weitere Informationen zum historischen Wassermanagement der Stadt Augsburg finden Sie hier.

Armin Baur vom Grünordnungsamt der Stadt Augsburg schlägt an der Versickerungsanlage von Mercedes Benz den Bogen zu den Wasserkreisläufen eines Logistikstandortes der Gegenwart.
Welterbe-Projektleiterin Antonia Hager informiert über das von der UNESCO ausgezeichnete Wassermanagement im historischen Augsburg.
Mit einem Blick über den Zaun von Prologis lernten die Teilnehmer, wie Logistiker sich mit Löschwassertanks für den Brandfall rüsten. Ähnlich gestaltete es die Stadt Augsburg. Die ab dem 13. Jahrhundert erbauten Wassertürme versorgten öffentliche Brunnen der Augsburger Oberstadt mit fließendem Wasser, das auch im Brandfall sofort zur Verfügung stand.
Vor der Kulisse moderner Logistikzentren für den Sendungsfluss der Paketlogistik zog Antonia Hager Parallelen zu Holztransporten auf dem Lech inklusive Hafenanlage für Flößer.

Wassermanagement in der Praxis – das passende Wetter zum Rundgang im GVZ Region Augsburg in Kooperation mit dem Welterbe-Büro der Stadt Augsburg.

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