Wettbewerbsvorteil Green Logistics
Das Thema „Grüne Logistik“ ist hoch aktuell und etabliert sich als Megatrend in der Logistik. Bei der Planung des Augsburger Güterverkehrszentrums war das noch nicht abzusehen. Trotzdem wurden die Weichen von Anfang an richtig gestellt.
Nachhaltig gestaltete Gewerbeflächen sind ein wesentlicher Aspekt für „Grüne Logistik“. In enger Zusammenarbeit mit den Fachbehörden des Naturschutzes entstand in Augsburg eines der grünsten Güterverkehrszentren in Deutschland. Das Ergebnis bietet Investoren neben der zentralen Lage an internationalen Straßen- und Schienenverbindungen einen weiteren Wettbewerbsvorteil.
Rund 35 Prozent Grünfläche Im 112 Hektar umfassenden Planungsgebiet des GVZ sind 29 Hektar öffentliches Grün. Ein Hektar Begleitgrün mit Bäumen prägen das Straßenbild. In einem landschaftlich arrondierten Bereich außerhalb des GVZ sind weitere fünf Hektar als naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme gestaltet. Nach den Maßgaben des Bebauungsplanes entstehen an den Rändern der gewerblichen Flächen weitere 5,6 Hektar private Grünflächen. Bezogen auf 117 Hektar beplanten Bereich liegt der Grünflächenanteil damit bei 35 Prozent.
Nachhaltige Zielsetzung Der Satzungstext zum Bebauungsplan informiert ausführlich über alle Umweltmaßnahmen. Die wesentlichen Ziele, die sich die Städte Augsburg, Gersthofen und Neusäß in der gemeinsamen Planung mit den Leitbildern Naturhaushalt, Orts- und Landschaftsbild sowie Erholung gesteckt haben, umfassen:
- Erhaltung der Regelungsfunktionen
- Förderung der Biotopfunktion
- Nachhaltige Sicherung der Nutzfunktionen
- Erholungsfunktion durch Gliederung und Durchgrünung ausgeräumter landwirtschaftlicher Nutzflächen
- Gestaltung von Siedlungsrändern und Durchgrünung von Bauflächen
Boden, Luft und Wasser Regelungs-funktionen für Boden und Wasser wurden soweit als möglich aufrecht erhalten und Versiegelungen auf das notwendige Maß beschränkt. Fllächensparende Bauweisen, intelligente Erschließung, Mehrfachnutzung von Flächen, wasserdurchlässige Beläge zählen zu den Möglichkeiten. Zusätzlich wird der Wasserhaushalt bzw. die Grundwasserneubildung durch flächige oder punktuelle Versickerung von unbelastetem Oberflächenwasser unterstützt. Die klimatischen und lufthygienischen Ausgleichsfunktionen unterstützen freie Flächen und breite Grünzüge als Durchlüftungsbahnen und Ausgleichsflächen. Beachtet wurden dabei neben der überörtlichen klimatischen Bedeutung des Raumes auch die internen stadtklimatischen Erfordernisse.
GVZ mit Biotopfunktion Ziel war es, die freie Landschaft mit Freiflächen im Planungsgebiet GVZ zu vernetzen. Dabei galt es, an die gehölzbetonte Agrarlandschaft im umliegenden Referenzraum anzuknüpfen. Die großflächigen Erdbewegungen der Baumaßnahmen ergaben unterschiedlichste biotopbegünstigende Rahmenbedingungen. Magere Rohbodenstandorte nach Abschieben des Oberbodens, wechselfeuchte Bereiche in Verbindung mit Oberflächenwasserversickerung etc. tragen zu einer Bereicherung der Lebensraumvielfalt bei, ohne dass dafür spezielle Biotopentwicklungs-maßnahmen erforderlich wurden. Einzelbäume, Alleen, Gebüsche etc. ergänzen als Gehölzelemente die Lebensraumstruktur und stellen insbesondere im Übergangs- und Randbereich die Verbindung zur freien Landschaft her. Auch dem Artenschutz wird Rechnung getragen. Für eine südlich des Planungsgebietes registrierte Population von Wechselkröten (Rote Liste Bayern 1) wurden mit erheblichem Aufwand durch Vegetationsstrukturen und Bodengestaltung unter Überbrückung der Verkehrstrassen Vernetzungen zu angrenzenden Biotopkomplexen geschaffen.
Leitbild für Orts- und Landschaftsbild sowie Erholung Die Gestaltung von Siedlungsrändern bindet zum einen Ortschaften in die Landschaft ein und zum anderen nimmt sie ergänzende Funktionen im Lärm- und Immissionsschutz wahr. Der Randbereich des Güterverkehrszentrums wurde dabei in einer Form gestaltet, die gleichzeitig der Erholung dient. Das Landschaftsbild ist mit zugänglichen und durchgängigen Wegen gestaltet, Randbereiche sind z. B. durch versetzte Heckenstrukturen in die Tiefe gestaffelt. Die grünen Bauflächen gliedern das GVZ und verbessern die Aufenthaltsqualität. Die Struktur greift dabei die landschaftliche Hauptrichtung Nord-Süd auf und passt sich an die Fließrichtung von Schmutter und Lech und den Verlauf von Hangkanten sowie die Ausrichtung der Schläge an.
Die Zukunft ist grün Die Leitbilder sind auf langfristige Nachhaltigkeit ausgerichtet. Die Zielvorstellungen umfassen optimierte Energieerzeugung und –verteilung sowie minimalen Energieverbrauch durch Solarenergie über Sonnenkollektoren auf Flachdächern. Zusätzlich kann der direkte Anschluss an die Augsburger Localbahn das LKW-Aufkommen im Vergleich mit anderen Standorten überdurchschnittlich senken. Vorstellbar ist auch ein Recycling- und Verwertungskonzept für spartentypische Abfallprodukte wie Kartonagen oder Folien. Das GVZ Region Augsburg trägt seiner Gestaltung der Vision eines wirklich grünen GVZ Rechnung. Eine Grundlage von der Investoren mit dem Ziel "Grüne Logistik" profitieren.


